Im nationalen Abwehrkampf der Grenzlanddeutschen

Akademische Burschenschaften und Politik in Österreich nach 1945
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  • Verlag: Böhlau
  • 10.12.2014
  • Buch
  • 628 Seiten
  • Hardcover
  • ISBN: 978-3-205-79600-8
Bernhard Weidinger erörtert die Rolle akademischer Burschenschaften (Graz, Innsbruck, Leoben, Linz, Salzburg und Wien) im politischen Geschehen der Zweiten Republik Österreichs. Basierend auf der Auswertung von umfangreichem, bislang von kritischer Forschung nicht erschlossenem Quellenmaterial behandelt er eine Vielfalt an Aspekten: von der Restauration des deutschnationalen Verbindungswesens nach 1945 über den burschenschaftlichen Umgang mit der NS-Vergangenheit bis hin zum Einfluss der Verbindungen auf die Entwicklung der FPÖ. Das burschenschaftliche Weltbild beschreibt Weidinger als durch deutsch-völkischen Nationalismus und ein spezifisches, quasi-soldatisches Männlichkeitsbild geprägt. Burschenschaften erscheinen in seiner Darstellung letztlich als anachronistisches Kuriosum und politisch hochrelevant zugleich.

Inhalt
Vorbemerkungen
I. Einleitung
I.1 Forschungsstand und Erkenntnisinteresse
I.2 Zum Gegenstand der Untersuchung
I.3 Methodische Erläuterungen
I.4 Quellen und Quellenkritik
I.4.1 Forschungspraktische und quellenkritische Herausforderungen
I.4.2 Spezifische Problemlagen einzelner Quellengattungen
I.5 Zentrale Begrifflichkeiten
II. Nationalsozialismus und postnazistische Restauration
II.1 Völkische Korporierte im (und für den) Nationalsozialismus
II.2 Korporationen und ‚Entnazifizierung‘
II.3 Die Wiedererrichtung der Bünde
II.3.1 Restauration vs. Neubeginn
II.4 Rückeroberung von Öffentlichkeit
II.4.1 Salonfähigkeit durch konservative Elitensolidarität
II.5 Burschenschaftliche Vergangenheitsbewältigung
II.5.1 Die erste Bestandsaufnahme Günther Berkas (1950/51)
II.5.2 Die Auseinandersetzung um das ‚burschenschaftliche Geschichtsbild‘ (ab 1956)
II.5.3 Burschenschaftliche Gedenkpolitik
Exkurs: Zur Spezifik burschenschaftlicher Vergangenheitsbewältigung in Österreich
II.5.4 Die Feldpost-Anthologie der Oberösterreicher Germanen (1967)
Exkurs: Die Sprache der Vergangenheit
II.5.5 Generationenverhältnis zwischen Konflikt und Konformismus
II.5.6 Vergangenheitsbewältigung um die Jahrtausendwende
II.5.7 Schlussbetrachtungen
III. Burschenschaftliche Ideologie in Österreich
III.1 Die Burschenschaften in Österreich als politische Vereinigungen
III.1.1 Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis
III.1.2 Konjunkturen der Politisierung
III.2 Der burschenschaftliche Auftrag an den Einzelnen
III.2.1 Zwischen Geselligkeitsorientierung und Idealismus
III.2.2 Die politische Klasse unter Burschenschaftern
III.2.3 Burschenschaftliche Meinungsführer
III.2.4 Burschenschafter-Politiker
III.3 Burschenschaftliche Erziehung
III.3.1 Der burschenschaftliche Erziehungsauftrag
III.3.2 Ebenen und Orte burschenschaftlicher Erziehung
III.3.3 Funktionen und Konsequenzen
III.4 Politisch-ideologische Heterogenität und burschenschaftlicher Corpsgeist
III.4.1 Meinungsvielfalt und -hegemonie
Exkurs: Zur relativen Abweichung der Oberösterreicher Germanen
III.4.2 Konflikt und Kontroversen
III.4.3 Die Außenwahrnehmung: Burschenschaften als Monolith
III.4.4 Ursachen und Folgen burschenschaftlicher ‚Geschlossenheit‘
III.5 Wandel und Beharrung
III.5.1 Burschenschaften zwischen Avantgarde und Reaktion
III.5.2 Die Restaurationsphase: weiter (fast) wie bisher
III.5.3 Die 1960er-Jahre: Weckrufe und Reformanläufe
III.5.4 Der Streit um die Ehrenordnung
Exkurs: Das Duellwesen in Österreich nach 1945
III.5.5 Die 1970er-Jahre: Aufbruchsstimmung und Backlash
III.5.6 Gründe der Wandlungsresistenz
III.6 Selbstbild: Gegen-Elite
III.6.1 Herausforderung Zweite Republik
III.6.2 Wider die Herrschenden: Burschenschaften in Opposition
III.6.3 Für die Herrschaft: Burschenschaftlicher Elitarismus
III.6.4 Zusammenführung
III.7 Völkischer Nationalismus als weltanschaulicher Angelpunkt
III.7.1 Das Primat des Völkischen nach 1945
III.7.2 ‚ Volkstumsbezogener Vaterlandsbegriff‘ und österreichische Eigenstaatlichkeit
III.7.3 Kritik der völkischen Ideologie
III.8 Burschenschaften und Demokratie
III.8.1 Zwischen Barrikaden, Bismarck und Führerprinzip
III.8.2 Demokratie als Form und Demokratie als Inhalt
Exkurs: Zur Demokratisierung der österreichischen Hochschulen
III.8.3 Demokratie im Verband und interbündischen Verkehr
III.8.4 Der Einzelbund: ein ‚Parlament im Kleinen‘?
III.8.5 Individuum und Kollektiv
IV. Praxis burschenschaftlicher Politik
IV.1 Burschenschaftliche Betätigung im politischen Sinn
IV.1.1 Politik des Appells
IV.1.2 ‚Grenzlandarbeit‘
IV.1.3 Hochschulpolitik
IV.2 Burschenschaftliche Betätigung im metapolitischen Sinn
IV.2.1 Gegen ‚Zeitgeist‘ und ‚Umerziehung‘: Frühe burschenschaftliche Metapolitik
IV.2.2 Wider die ‚österreichische Nation‘
IV.2.3 Gegen ‚Geschichtslügen‘: Burschenschaftliche Geschichtspolitik
IV.2.4 Einsatz für ‚das Deutschtum‘: die ‚Volkstumspolitik‘ der Burschenschaften
IV.2.5 ‚ Nach außen wirken‘: burschenschaftliche Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit
IV.2.6 ‚Neue Rechte‘ gegen ‚Neue Linke‘?
IV.2.7 Rezeption der ‚Neuen Rechten‘
IV.2.8 Burschenschaftliche Metapolitik um die Jahrtausendwende
IV.3 Burschenschaftliche Südtirol-Politik
IV.3.1 Der Konflikt in völkischer Perspektive
IV.3.2 Legaler Aktivismus
IV.3.3 Beteiligung am Bombenterror
IV.3.4 Allgemeine Ableitungen zu ‚Volkstumspolitik‘ und völkischer Ideologie
V. Burschenschaften und politische Parteien
V.1 Völkische Korporationen als freiheitliche Kaderschmieden: eine statistische Annäherung
V.1.1 Die Bundesebene
V.1.2 Die Landesebene
V.1.3 Zusammenschau
V.2 Zur Überparteilichkeit des Burschenschaftswesens in Österreich
Exkurs: NDP und NFA als verbindungsstudentische Projekte
V.3 Flügelkämpfe und Personaldebatten
V.3.1 Von der Parteigründung bis zum Innsbrucker Parteitag 1986
V.3.2 Haider-Ära, zweite Regierungsbeteiligung und Parteispaltung
V.4 Programmatik und Policy-Ebene
V.4.1 Freiheitliche Parteiprogramme
V.4.2 Agenda-Setting und Politikfeldbewirtschaftung
V.5 Parteienkooperation und Koalitionsoptionen
Exkurs: Sonderfall Steiermark?
V.6 Funktionen der FPÖ für die völkischen Korporationen
V.7 Funktionen des völkischen Korporationswesens für die FPÖ
V.8 Völkische Verbindungen und FPÖ:
prekäre Interessengemeinschaft auf Gegenseitigkeit VI. Abschließende Überlegungen
VI.1 Die politische Bedeutung der Burschenschaften in Österreich
VI.2 Zur burschenschaftlichen Politikfähigkeit
VI.2.1 Liberal-demokratische und burschenschaftliche Weltsicht
VI.2.2 Oppositionell aus Prinzip?
VI.2.3 Fähig und bereit zum Kompromiss?
Anhang
Literatur, publizierte Quellen, Chroniken und Festschriften
Archive und Archivalien
Verbindungsstudentische, völkische und freiheitliche Periodika
Tabelle und Diagramme
Zitierte eigene Interviews
Abkürzungsverzeichnis
Glossar: Organisationen, Organe, verbindungsstudentische Begriffe
Personenregister
Bernhard Weidinger, Studien der Politikwissenschaft und der Internationalen Entwicklung in Wien und Granada, Forschungsstipendiat der Universität Wien 2008–2009, DOC-Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien 2010–2012, Marshall Plan Visiting Fellow am Center for Right-Wing Studies der UC Berkeley 2013, Stipendiat des „Edith-Saurer-Fonds zur Förderung geschichtswissenschaftlicher Projekte“ 2014, Träger des „Michael Mitterauer-Preises für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien“ 2014, Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Mitglied der Forschungsgruppe „Ideologien und Politiken der Ungleichheit“ (FIPU).
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