Der Materialismus-Streit/ Der Darwinismus-Streit/Der Ignorabimus-Streit 3 Bde.

Texte von L. Büchner, H. Czolbe, L. Feuerbach, I. H. Fichte, J. Frauenstädt, J. Froschammer, J. Henle, J. Moleschott, M. J. Schleiden, C. Vogt und R. Wagner u.a.
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  • Verlag: Meiner
  • 01.01.2017
  • Buch
  • CI, 1099 Seiten
  • festgebunden
  • ISBN: 978-3-7873-3134-5
Die heute oft vorherrschende Meinung, nur die Naturwissenschaften seien in der Lage, uns das richtige Weltbild zu geben, bedarf der Korrektur. Mit diesen drei Bänden werden erstmals zusammenhängend die Originaltexte der drei weit über das 19. Jahrhundert hinaus einflussreichen Debatten zum Materialismus, Darwinismus und Ignorabimus präsentiert, in deren Verlauf den Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert diese Rolle zugesprochen wurde. Bis heute haben viele der damaligen Streitpunkte nichts von ihrer Brisanz verloren.

Der Materialismus-Streit
Im Materialismusstreit der 1850er Jahre prallen die oft provokativ vorgetragenen Positionen des naturwissenschaftlich-weltanschaulichen Materialismus auf Positionen, die die Naturwissenschaften mit den traditionellen religiösen Überzeugungen bruchlos verbinden zu können glauben. Jenseits aller lautstarken Polemik werden in diesem Streit die Erklärungskompetenzen der Religion, der Philosophie und der Naturwissenschaften neu gegeneinander abgegrenzt – wobei der Philosophie eine vermittelnde Rolle zufällt.

Der Darwinismus-Streit
Darwins bahnbrechendes Werk „Über die Entstehung der Arten“ (1859) löste eine neue Debatte aus, die weniger durch wissenschaftliche Forschung als durch weltanschauliche Proklamationen geprägt war. Von Seiten des weltanschaulichen Materialismus wurde der Darwinismus wegen seiner Eliminierung eines zwecksetzenden göttlichen Verstandes als unverhoffte Bestätigung angesehen und als eine neue und zudem wissenschaftlich abgesicherte Schöpfungstheorie rezipiert und zum Schlüssel für die Lösung aller wissenschaftlichen und philosophischen Rätsel stilisiert.

Der Ignorabimus-Streit
In diesem Streit – ausgelöst durch Emil Du Bois-Reymonds Vortrag „Über die Grenzen des Naturerkennens“ (1872) – ging es nicht mehr um die Abgrenzung der Erklärungskompetenzen von Religion, Philosophie und Naturwissenschaft, sondern um die Frage, ob der so erfolgreichen Naturwissenschaft ebenfalls Erkenntnisgrenzen gesetzt seien. Die Behauptung, es gebe Bereiche, die der Wissenschaft nicht nur mit den damaligen Mitteln, sondern prinzipiell verschlossen blieben, schien ihren universalen Erklärungsanspruch zu unterminieren.
Kurt Bayertz lehrt Philosophie an der Universität Münster; zu seinen Arbeitsgebieten gehören Ethik, Anthropologie und Politische Philosophie.
 
Myriam Gerhard war Mitarbeiterin des Hegel-Archivs in Bochum und lehrt jetzt an der Universität Oldenburg. Sie ist Präsidentin der Internationalen Hegel-Gesellschaft.
 
Walter Jaeschke (geboren 1945) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer. Als Spezialist für die klassische deutsche Philosophie leitet er die Edition der Akademie-Ausgabe von Georg Wilhelm Friedrich Hegel sowie von Friedrich Heinrich Jacobi und das Hegel-Archiv an der Ruhr-Universität Bochum.
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